Unsere Pferde


Eros

Rasse: Schweres Warmblut

Geburtstag: 1997

Größe: ca 1,66m

Im Verein seit: 2004

Gruppe: S2, S5


Florian

Rasse: Rheinländer

Geburtstag: 2006

Größe: ca 1,75m

Im Verein seit: 2014

Gruppe: T1, Einzel


Paddington

Rasse: Hannoveraner

Geburtsjahr: 2010

Größe: ca. 1,73m

im Verein seit: Juli 2015

Gruppe: T3


Gero

Rasse: Schweres Warmblut

Geburtstag: 2010

Größe: ca. 1,64m

im Verein seit: Juli 2015

Gruppe: T4



Nils

Rasse: Haflinger

Geburtstag: 2005

Größe: ca. 1,53m

im Verein seit: August 2011

Gruppe: S3, S4, Einzel


Nina

Rasse: Haflinger

Geburtstag: 2006

Größe: ca. 1,45m

im Verein seit: August 2014

Gruppe: S4, T5/T4


Troll

Rasse: Norweger

Geburtstag: 1998

Größe: ca. 1,40m

Im Verein seit: März 2005

Gruppe: S5, S6


Ehemalige


Eine Nikolausgeschichte...

Eines dunklen Wintermorgens, raschelte es in irgendeiner Box und Geister-Gero sah sich im Stall um. „Hallo? Jemand da?“, flüsterte er, aber es war wohl nur der einsatzbereite Eros, der wieder an irgendeine Aufgabe dachte.

„Was ist denn los, Eros? Hast du etwa Hummeln im Hintern?“, fragte Gero, der sich gerade wieder von dem kleinen Schrecken erholt hatte.

„Mensch Gero, weißt du denn nicht, was heute für ein Tag ist?“. Der fragende Blick verriet Eros, dass Gero keinen blassen Schimmer hatte, was an diesem Tag so wichtig sein könnte.

„Heute ist der 6. Dezember! Eigentlich hätte der Nikolaus schon vor ein paar Tagen mal kommen sollen, um mit uns die bevorstehende Tour zu besprechen! Sonst bekommen die armen Kinder doch gar keine Geschenke in ihre Stiefel“, erklärte Eros.

„Oh, das wusste ich tatsächlich nicht“, gab Gero zu, „Ich dachte, heute wäre nur ein besonders schöner Tag, an dem vielleicht jemand mit mir ausreiten geht.“

In den übrigen Boxen regte sich nun auch etwas. Paddy und Flo erwachten und erkundigten sich, warum Eros so gestresst wirkte. Gero klärte sie auf, während Eros nervös mit den Ohren zuckte und sein konzentriertes Denkgesicht aufsetzte.

„Wir müssen den Nikolaus suchen“, verkündete er, „Vielleicht hatte er einen Schlittenunfall oder sein Navigationspferd hat sich verletzt, oder es ist sonst irgendetwas passiert. Wir müssen ihn suchen und zu den Kindern bringen, sonst wird Nikolaus dieses Jahr ausfallen.“

„Aber wie willst du das anstellen? Wir sind doch nur Pferde. Wir wissen doch nicht einmal, wo der Nikolaus wohnt, das hält er doch auch vor uns immer streng geheim! Außerdem glaube ich, dass das furchtbar gefährlich ist. Wer weiß, was für Traktoren, Hunde oder sonstige brenzlige Situationen wir überwinden müssen? Vielleicht ist es auch noch glatt, dann rutschen wir dauernd aus und wenn es auch noch schneit und ich nicht so gut sehen kann… Wir können das niemals schaffen.“ Für Paddy in seinem leichten Panikanfall war die Sache klar entschieden. Sie würden den Nikolaus nicht suchen gehen, das wäre viel zu riskant. Die Kinder taten ihm zwar leid, denn es waren schön auch süße Exemplare unter ihnen, aber dann mussten sie eben einmal auf den Nikolaus verzichten.

Der furchtlose Flo hingegen war komplett anderer Meinung, er könnte niemals zu lassen, dass die Kinder traurig werden und er auch noch daran schuld wäre. Das wäre eine Katastrophe! Er stimmte Eros zu, dass es wirklich wichtig ist, dass sie den Nikolaus finden und er versuchte Paddy Mut zu machen: „Du bist doch nicht alleine, Paddy, wir sind doch bei dir. Außerdem haben wir doch schon viel gruseliges erlebt. Auf dem Holzweg und im Wald lauern tagtäglich Gefahren, aber wir haben immer überlebt. Im Prüfungszirkel und allgemein auf Turnieren gibt es auch immer viele Dinge, die wir nicht kennen, aber entweder die Mädels und Stefan beschützen uns, oder wir beschützen uns gegenseitig.“

„Genau, falls wir auf der Suche vor etwas Angst haben, dann laufen wir einfach schnell zusammen weg“, stimmte auch Gero mit ein, der übrigens auch über einen sehr ausgeprägten Fluchtinstinkt verfügte.

„Haha, sehr witzig, Gero, du siehst doch immer und überall Gespenster. Eigentlich müsstest du pausenlos am wegrennen sein“, schaltete sich nun auch Aimee ein und rollte mit den Augen. Mit dem jungen, gedankenlosen Wallach konnte sie nicht so viel anfangen, aber wenn die anderen auf Rettungsmission gehen wollten, würde sie natürlich mitgehen, auch wenn sie das aufgrund ihrer Verletzung vielleicht besser lassen sollte.

„Also, wie sieht es aus? Wer ist dabei?“, fragte Eros in die Runde und alle hoben die Hufe, manche etwas zögerlich, aber das Ergebnis zählte.

„Okay. Folgender Plan: wenn wir auf die Koppel gebracht wurden, müssen wir es nur durch den Zaun schaffen, das könnte knifflig werden, weil jetzt extra starker Strom drauf ist, aber Flo und ich, wir sind die Ausbruchskünstler, wir bekommen uns da raus. Dann laufen wir in den Stall, holen dich, Aimee und treffen dort auf die Ponys. Um ihren Ausbruch kümmert sich Nina, sie heckt da bestimmt schon etwas aus. Anschließend suchen wir den Nikolaus.“

Der Plan klang gut und alle stimmten zu und beschlossen, sich bis dahin unauffällig zu verhalten.

 

Etwa zwei Stunden später standen sie endlich auf der Koppel. Über das intraspezifische Kommunikationssystem hatten sie schon die Ponys eingeweiht und verabredet, sich im Stall zu treffen. Eros gab das Startzeichen und suchte vereinzelte Grashalme im Schnee, immer auf den Zaun zu gehend, dann mit dem Kopf immer weiter unter dem unteren Band durch, das Winterfell leitete den Strom nicht so gut, sodass er es irgendwann durch den Zaun schaffte. Gero tat es ihm nach, während Flo locker aus dem Sprunggelenk über den Zaun setzte und Paddy aufmunterte, es auch zu tun.

Schließlich waren sie erfolgreich ausgebrochen und trabten auf dem Grasstreifen mit dem kostbaren Magerrasen den Holzweg entlang zum Stall, wo Nils und Troll auf sie warteten.

„Nina macht gerade Aimee auf, die zwei müssten gleich kommen“, meinte Troll, der es auch schon komisch fand, dass der Nikolaus bisher nicht da war. In diesem Moment kamen die zwei Stuten auch schon angelaufen und unterhielten sich über Stirnriemen und Satteldecken.

„Können wir los?“, fragte Florian, „Ich denke, wir sollten es zuerst auf den Feldern versuchen. Vielleicht finden wir den Nikolaus dort.“ Die anderen nickten zustimmend und trabten ihm hinterher.

Auf den Feldern angekommen beschlossen die Pferde sich aufzuteilen und mittags wieder zu treffen. Alle Wege mussten gründlich abgesucht werden und verdächtige Verstecke ausgecheckt. Wer wusste schon, wie der Nikolaus wohnte? Vielleicht in einem Stall, oder auf einer Koppel? Vielleicht aber auch in einer Scheune. Die Pferde konnten sich alles mögliche vorstellen, am wahrscheinlichsten jedoch erschien ihnen eine Koppel mit schönem großen Unterstand Behausung für den Nikolaus, wo er auch all die Geschenke ansammeln konnte.

Unterwegs sahen sie sich in Scheunen um, fragten andere Pferde, ob diese etwas wussten, aber nirgends konnten sie Spuren des Nikolauses entdecken. Gerade als Eros die Suche in den Wald verlagern wollte, sprangen Paddy und Gero wie von der Tarantel gestochen auf und rannten panisch in unterschiedliche Richtungen davon. Die anderen, von der plötzlichen Flucht angesteckt rannten ebenso los und hörten in der Nähe Motorengräusche, die die zwei Jüngsten erschreckt haben müssen.

„Hilfe! Der will uns bestimmt jagen oder verletzen!“, rief Paddy ängstlich. „Quatsch, der will uns höchstens einfangen und zurück bringen. Das gefährdet aber unsere Mission, also verhaltet euch am besten unauffällig!“, widersprach Nils, der doch auch ziemlich erschrocken ist, sein Pflichtbewusstsein aber rasch wieder entdeckte.

Also verhielten sie sich natürlich: Gero und Paddy pöbelten sich gegenseitig ein bisschen an, obwohl sie dabei immer noch vor Angst zitterten, Nina schaute schnippisch durch die Gegend und Nils und Troll taten so, als würden sie konzentriert grasen. Eros und Flo liefen geschäftig umher, während Aimee sich im Schnee wälzte.

Der Bauer auf seinem Traktor sah sie zwar verwundert an, fuhr aber weiter. „Wird schon seine Richtigkeit haben so“, dachte er sich, „die stehen ja nicht auf meinem Feld rum.“

Kaum war der Traktor außer Sicht- und Hörweite schlug Eros erneut vor in den Wald zu gehen, was die Herde dann auch tat.

Sie steckten die Nase in jeden Laubhaufen und erschreckten dabei sogar einen Igel im Winterschlaf: „Könnt ihr nicht aufpassen? Andere wollen hier schlafen!“, empörte sich die Igeldame, während Troll seine Nase in einem kleinen Schneehaufen abkühlte. So Igel sind wirklich ganz schön stachelig.

Auch fast jeder Baum wurde untersucht, doch auch hierbei stießen die Acht nicht auf den Nikolaus, sondern nur auf Vögel und Eichhörnchen auf Nahrungssuche. Langsam ließ die Motivation nach und die Bäuche grummelten.

„Mann Nikolaus! Wo versteckst du dich nur? Es ist schon Nikolaustag und die Kinder warten!“, beschwerte sich Troll, den der Hunger wohl am stärksten quälte, was sich deutlich auf seine Laune auswirkte.

Da erspähte Paddy etwas im Wald, was wie ein Unterstand aussah. Er zeigte es den anderen und gemeinsam gingen sie vorsichtig darauf zu. Was für ein komischer Unterstand, der hat ja gar keinen Ein- und Ausgang, sondern an allen vier Seiten Wände.

„So etwas bauen sich die Menschen, damit wir Tiere nicht reinkommen können und ungefragt den Hafer essen“, erklärte der erfahrene Eros und schlug vor, mal durch die Fenster zu linsen.

Und tatsächlich! Gero erkannte in seinem Fenster ein Bett, in dem ein dicker Mann schnarchte, der aussah wie der Nikolaus! „Freunde, schaut mal her! Ich glaube, ich habe den Nikolaus gefunden!“

 

Alle drängten sich an das Fenster und trauten ihren Augen kaum. Hatte der Nikolaus wirklich den Nikolaustag verschlafen? Scheinbar schon. Nina räusperte sich vorwurfsvoll und hob den Huf an die Scheibe, sodass der Nikolaus von dem Geräusch aufwachte.

„Na hör mal, Nikolaus“, empörte sie sich, „hast du wohl deinen Wecker nicht gehört? Oder schläfst du einfach das ganze Jahr? Andere müssen auch arbeiten, da kannst du doch nicht einfach so blau machen und keinem ein Sterbenswörtchen davon sagen! Die Kinder sind alle ziemlich enttäuscht von dir und auch wenn die frechen Kids nicht unbedingt meine Lieblingsmenschen sind, will ich trotzdem nicht, dass sie unglücklich sind! Jetzt wird aufgestanden!“

Verschlafen rieb der Nikolaus sich die Augen: „Nanu, was macht ihr denn hier?“ Doch die bösen Blicke der Pferde ließen ihn schnell aus dem Bett steigen und seine warmen Wintersachen anziehen. „Ich habe den ganzen November Geschenke gesucht und kaum geschlafen, dann wollte ich kurz ein Nickerchen machen und habe wohl viel zu lange geschlafen. Die Kinder können mir wahrscheinlich nie verzeihen, aber könntet ihr mir helfen zu versuchen, den Schaden einzugrenzen?“

„Natürlich Nikolaus“, versprach Eros, „deswegen sind wir ja hier.“

„Das ist so lieb von euch. Ich muss nur noch schnell Zähne putzen, aber ihr könnt ja schonmal den Schlitten mit dem Geschenkesack holen, das steht alles hinter der Hütte“, sagte der Nikolaus.

 

Kurz darauf starteten die Pferde und der Nikolaus ihre Geschenketour um die Welt, wobei der Nikolaus sich vielmals entschuldigte, dass er dieses Jahr zu spät kam, aber früher oder später bekam noch jedes Kind Besuch vom Nikolaus und seinen Pferdehelfern.